Vortrag zur Geschichte des Judentums in Holzminden

Am 22.08.2017 hielt Herr Klaus Kieckbusch einen interessanten Vortrag zur Geschichte des Judentums in Holzminden im 19. und 20.  Jahrhundert. Er gliederte seinen Vortrag in drei Blöcke: Zum einen in die Zeit vor dem 19. Jahrhundert, wo es auch vereinzelt Nachweise über den ein oder anderen jüdischen Bewohner in Holzminden gab, zweitens die Zeit bis 1933 in vielen Bildern von Personen und Gebäuden in der Innenstadt, die jedem Holzmindener gut bekannt sind. Im dritten Teil referierte Herr Kieckbusch über das Schicksal der jüdischen Einwohner Holzmindens zur Zeit des Nationalsozialismus.

 

Manch einer emigrierte zunächst in eine größere Stadt Deutschlands, andere wanderten nach Amerika, Palästina oder Schweden aus. Viele wurden deportiert, überwiegend nach Theresienstadt, wo sie im Konzentrationslager umgebracht wurden. Herr Kiekbusch zeigte den über 30 Gästen auf, wo sich einstmals das Bethaus der Juden befand und wo die Synagoge genau stand. Auch, hinter welcher Hausfassade vor der Deportation und der damit verbundenen Enteignung jüdischen Besitzes, jüdische Familien lebten. Holzminden hat nachgewiesenermaßen besonders gründlich „mit den Juden aufgeräumt“. So fand sich zum Beispiel in einem Einwohnermeldeamtsregister ein makabrer Eintrag der besagt, dass der bisherige Einwohner Holzmindens nach Theresienstadt umgezogen sei; Von Deportation keine Rede. Pfarrer Herrmann bedankte sich im Anschluss an die sehr aufschlussreichen Ausführungen im Namen aller Zuhörer ganz herzlich bei Herrn Kieckbusch.

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